“ Das Kindchenschema macht Hunde süß, aber leider oft auch unglücklich „
Konrad Lorenz beschrieb bereits 1943 das Kindchenschema wie große Augen, runde Gesichter, tapsige Bewegungen. Diese Merkmale lösen bei uns Menschen einen automatischen Fürsorge und Schutzinstinkt aus. Die Werbewelt nutzt das gezielt, sogar beim Autokauf. Doch auch bei der Entscheidung für einen Hund spielt dieser Effekt eine enorme Rolle.
Das Problem: Wir können diesen Reiz nicht “ abschalten „. Unser Gehirn reagiert reflexhaft. So kommt es, dass viele Menschen Hunde kaufen, die überhaupt nicht zu ihrem Lebensstil passen. Das Ergebnis sind überforderte Halter, verhaltensauffällige Hunde und Rassen, die aufgrund menschlicher Vorlieben nicht artgerecht gehalten werden können.
Für den Hund bedeutet das: Falsche Erwartungen, Missverständnisse im Alltag, im schlimmsten Fall Abgabe ins Tierheim.
Für den Menschen: Stress, Überforderung und Schuldgefühle. Es ist daher entscheidend, dass wir uns nicht nur von Aussehen leiten lassen, sondern uns ehrlich fragen:
– Passt die Rasse zu meinem Alltag, meiner Erfahrung und meinen Ressourcen ?
– Kann ich den Bedürfnissen dieses Hundes wirklich gerecht werden ?
Mein Appell: Lasst uns Hunde nicht nach dem Niedlichkeitsfaktor aussuchen, sondern nach echtem Verständnis und Wissen. Wer sich einen Hund wünscht, sollte sich vorher informieren, beraten lassen und ehrlich prüfen, ob Mensch und Hund wirklich zusammenpassen.
Nur so schaffen wir glückliche Patenschaften und tun gleichzeitig etwas für das Tierwohl.
